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Inverness Castle: Ein modernes Museumserlebnis

Inverness Castle: Ein modernes Museumserlebnis

Wer beim Namen Inverness Castle – auf Gälisch Caisteal Inbhir Nis genannt – an eine traditionelle Burgführung innerhalb von feuchten Mauern denkt, liegt beim Besuch der 2025 neu geöffneten Inverness Castle Experience falsch. Statt einer klassischen Führung erwartet die Besucher ein Erlebnis, das sie weitgehend in ihrem eigenen Tempo entdecken können, denn man bewegt sich auf eigene Faust durch die Räume. Wer sich für eine Ausstellung gerne Zeit und Muße nehmen möchte, wird dies zu schätzen wissen. Sollte ein Raum zu voll werden, kann man einfach in einen ruhigeren Teil des Schlosses ausweichen und später wieder zurückkehren. 

Unser Tipp: Genießen Sie den Blick auf den Fluss Ness von der Dachterrasse. Ob klar oder neblig – die Aussicht bettet die Geschichten in die Landschaft ein, die sie geprägt hat. 

Einst Gefängnis und Gericht

Obwohl das Gebäude als Inverness Castle bekannt ist und mit den Türmen und Zinnen ziemlich martialisch wirkt, war es nie eine mittelalterliche Verteidigungsfestung. Es entstand in den 30er-Jahren des 19. Jahrhunderts und diente im Laufe der Jahre verschiedenen Zwecken, unter anderem als Gefängnis, Gericht und Verwaltungsgebäude. 

Heute bildet das Schloss eine eindrucksvolle Kulisse für ein modernes, immersives Erlebnis, das eine lebendige Reise in die Geschichte und das Leben in den Highlands bietet, geprägt von Landschaft, Kultur und Menschen. Der Clou am Ganzen ist: Anstatt sich auf Daten und Zeitabläufe zu konzentrieren, lädt die Inverness Castle Experience dazu ein, eine emotionale Verbindung zur Kulturgeschichte der Highlands herzustellen. 

Sehnsucht nach dem Prinzen

Während des Jakobitenaufstands von 1715 wurde das ursprüngliche Inverness Castle von einer Gruppe jakobitischer Truppen besetzt, wieder aufgegeben und schließlich 1745 wieder in Besitz genommen. Kurz vor der Schlacht von Culloden 1746 ordnete Bonnie Prince Charlie die Zerstörung der Burg an, um zu verhindern, dass sie in Regierungshand fiel. 

Noch heute blickt die 1899 erbaute Statue von Flora MacDonald, die von vielen als große Heldin der Highlands verehrt wurde, über die Landschaft und erwartet die Rückkehr von Bonnie Prince Charlie, dem sie zuvor zur Flucht verholfen hatte. 

Stimmen aus der Vergangenheit

Diese Art von Geschichten erfahren Sie mithilfe des Audioguides. Dieser begleitet Sie mit den Stimmen des „Seanchaidh“, einem traditionellen gälischen Geschichtenerzähler, auf eine selbstgeführte Reise durch die Süd- und Nordtürme. Denn an jeder Ecke erwarten Sie Legenden, moderne Geschichten und Überraschungen. Im Nordturm sind zum Beispiel die Werke von über 600 Stickerinnen und Stickern aus den Highlands zu einer beeindruckenden Gemeinschaftsarbeit vereint.

Immersive Erlebnisse für Kinder und Erwachsene

Für jüngere Besucher bietet ein eigener Audioguide mit dem imaginären Hund „Cuillin“ eine spielerische Möglichkeit, sich mit den Inhalten dieses modernen Museums auseinanderzusetzen. Die Neugier der Kinder wird durch pädagogische Inputs gezielt gefördert, während sie in ihrem eigenen Tempo die Räume entdecken können. Geräusche und auf die Wand projizierte Bilder und die Möglichkeit, diese per Sensoren zu steuern, ermöglichen ein regelrechtes Eintauchen, ja Miterleben der Geschichte: So kann „plötzlich“ ein Jakobitenring oder ein Objekt im Zusammenhang mit Flora MacDonald aufleuchten. Die Gegenstände werden nicht als isolierte Artefakte präsentiert, sondern sind in umfassendere Erzählungen über Identität, Zugehörigkeit und Tradition eingebunden.

Ein Fenster zu den Highlands

Fest steht: Inverness Castle ist weit mehr als ein historisches Bauwerk. Es ist ein Tor zu den Highlands, ein Ort voller Geschichten und ein Fenster in die Seele des Nordens. Wer die Ausstellung besucht, wird hier nicht nur etwas über Schottland erfahren, sondern Schottland regelrecht spüren. 

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