Telefon

Unseren Service erreichen Sie
täglich von 8.00 Uhr bis 20.00 Uhr unter
0800 202 032

Eine schöne englische Landschaft
BLOG
Die feine englische Art

Mit dem Zug durch den britischen Sommer: Die schönsten Bahnstrecken Großbritanniens

Mit dem Zug durch den britischen Sommer: Die schönsten Bahnstrecken Großbritanniens

Die Eisenbahnstrecke zwischen Londonderry und Coleraine in der Nähe des Atlantischen Ozeans

Großbritannien gehört zu den wenigen Ländern, in denen die Anreise oft genauso schön ist wie das eigentliche Reiseziel. Als im 19. Jahrhundert das Eisenbahnnetz entstand, wurden die Gleise nicht nur durch Städte verlegt, sondern auch über spektakuläre Viadukte, entlang zerklüfteter Küsten und durch Landschaften, die damals oft nur zu Pferd erreichbar waren. Viele dieser Strecken gelten heute selbst als Sehenswürdigkeiten. Wer im Sommer einen Fensterplatz ergattert, erlebt Burgen, Schafweiden, Nationalparks und kleine Hafenorte aus einer Perspektive, die Autofahrern meist verborgen bleibt.

Durch die schottischen Highlands

Die berühmteste Bahnstrecke Großbritanniens beginnt in Glasgow und führt auf der West Highland Line bis nach Mallaig an der Westküste. Schon kurz hinter der Stadt verändert sich die Landschaft. Straßen werden seltener, die Moore weiter, die Berge höher. Der Zug passiert das einsame Rannoch Moor, fährt an Lochs, silbern schimmernden Sandstränden und Heideflächen vorbei und erreicht schließlich das Glenfinnan-Viadukt, dessen 21 Bögen seit den Harry-Potter-Filmen zu den bekanntesten Eisenbahnmotiven der Welt gehören. Im Sommer verkehrt auf diesem Abschnitt außerdem der historische Dampfzug The Jacobite, der als Hogwarts Express durch die Filme fuhr und heute zu den begehrtesten Bahnfahrten Schottlands zählt. Die rund zweistündige Strecke zwischen Fort William und Mallaig kann separat gebucht werden und ist oft Monate im Voraus ausverkauft. 

Spätestens in beginnt für Harry-Potter-Fans eine kleine Pilgerreise. Der Bahnhof Goathland diente als Filmkulisse für Hogsmeade in den ersten Filmen, der Hogwarts Express überquert direkt davor das Glenfinnan Viadukt, und unterhalb breitet sich Loch Shiel aus – der See, der in den Filmen als Hogwarts Lake zu sehen ist. Auf der kleinen Insel Eilean na Moine entstand Dumbledores Grab, während nur wenige Kilometer weiter im Glen Coe Hagrids Hütte errichtet wurde. Auch zahlreiche Landschaftsaufnahmen für Harry Potter und der Gefangene von Askaban entstanden in dieser Region. Wer hier aus dem Zugfenster schaut, erlebt einen der berühmtesten Drehorte der Filmgeschichte. 

Fast immer mit Blick aufs Meer

Nicht weniger eindrucksvoll, aber ganz anders präsentiert sich die Riviera Line in Südwestengland. Sie verbindet Exeter mit Paignton und verläuft über weite Strecken direkt an der Küste Devons. Hinter Dawlish scheinen die Gleise beinahe im Meer zu liegen. Bei Flut schlagen die Wellen bis an die Schutzmauer, während auf der anderen Seite Strandpromenaden, Segelboote und die pastellfarbenen Häuser der sogenannten English Riviera vorbeiziehen.

Die Strecke entstand bereits in den 1840er-Jahren nach Plänen des berühmten Ingenieurs Isambard Kingdom Brunel, dessen Eisenbahnbrücken und Viadukte die britische Infrastruktur bis heute prägen. Wer hier im Sommer unterwegs ist, versteht schnell, warum Generationen britischer Familien ihre Ferien genau an dieser Küste verbringen.

Nordirlands schönste Küstenfahrt

Auch Nordirland besitzt eine Bahnstrecke, die regelmäßig zu den schönsten Europas zählt. Die Linie von Belfast nach Derry/Londonderry folgt zunächst dem Belfast Lough, später der Causeway Coast und schließlich den langen Sandstränden rund um Castlerock und Downhill. Immer wieder öffnet sich der Blick auf den Atlantik, bevor der Zug wieder zwischen grünen Hügeln und kleinen Küstenorten verschwindet.

Unterwegs lohnt sich das Aussteigen. Bereits in Carrickfergus, wenige Kilometer hinter Belfast, direkt am Meer, erhebt sich eine der am besten erhaltenen normannischen Burgen Großbritanniens. Carrickfergus Castle wurde Ende des 12. Jahrhunderts von dem normannischen Adligen John de Courcy erbaut und verteidigte über Jahrhunderte den Zugang zum Belfast Lough. Die Festung überstand Belagerungen durch Schotten, Franzosen und Engländer und blieb bis weit ins 20. Jahrhundert militärisch genutzt.

Nur wenige Stationen weiter beginnt die berühmte Causeway Coast. Von Coleraine aus erreicht man den Giant’s Causeway mit seinen rund 40.000 sechseckigen Basaltsäulen, die vor etwa 60 Millionen Jahren durch vulkanische Aktivität entstanden sind. Der irischen Legende nach wurden sie allerdings nicht von Lava geschaffen, sondern vom Riesen Finn McCool, der sich damit eine Brücke nach Schottland bauen wollte. 

Ebenfalls nicht weit entfernt spannt sich die Carrick-a-Rede Rope Bridge über eine rund 20 Meter breite und 30 Meter tiefe Felsspalte. Ursprünglich errichteten Lachsfischer die schwankende Seilbrücke, um eine kleine Insel vor der Küste zu erreichen. Heute ist sie einer der bekanntesten Aussichtspunkte Nordirlands und bietet an klaren Tagen einen Blick bis zu den schottischen Inseln.

Luxus auf Schienen

Nicht jede britische Zugreise beginnt allerdings mit Wanderschuhen, Thermoskanne und Rucksack. Wer die Eisenbahn selbst zum Reiseziel machen möchte, landet früher oder später bei Belmond. Der luxuriöse Royal Scotsman zählt seit Jahren zu den exklusivsten Schlafwagenzügen der Welt. Gerade einmal rund 40 Passagiere reisen in mit Mahagoni vertäfelten Waggons durch die schottischen Highlands, vorbei an Lochs, Whiskybrennereien und einigen der schönsten Landschaften des Landes. Mehrgängige Menüs mit schottischen Produkten, Afternoon Tea, private Schlossbesichtigungen und Wildbeobachtungen gehören ebenso zum Programm wie ein Spa-Wagen – eine Seltenheit auf Europas Schienen.

Wer lieber in England unterwegs ist, findet mit dem British Pullman das passende Gegenstück. Die restaurierten Art-déco-Wagen aus den 1920er-Jahren starten in London zu stilvollen Tagesreisen durch Südengland. Weiß gedeckte Tische, Silberbesteck, Champagner und Afternoon Tea erinnern eher an Agatha Christie als an den Berufsverkehr. Bahnfahren wird hier zum gesellschaftlichen Ereignis – ganz so, wie man es sich im goldenen Zeitalter der Eisenbahn vorgestellt hat.

Entschleunigung auf britische Art

Bahnreisen liegen wieder im Trend. Immer mehr Reisende buchen nicht nur eine Zugfahrt zum Urlaubsort, sondern gleich den ganzen Urlaub auf Schienen. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Man muss weder zum Flughafen noch stundenlang durch fremde Verkehrsnetze navigieren. In Großbritannien kommt der Linksverkehr hinzu. Wer mit einem Mietwagen schon einmal den Piccadilly Circus umrundet hat und anschließend samt Seitenspiegel wieder herauskam, darf sich zu Recht für überdurchschnittlich fahrtüchtig halten.

Im Zug lässt sich die Landschaft dagegen ohne Navi, Parkplatzsuche und Kreisverkehr betrachten. Man sieht auf einer einzigen Reise Küsten, Moore, Dörfer, Burgen und Gebirge, während Gepäck und Passagiere einfach sitzen bleiben dürfen. Ein bisschen wie Kreuzfahrten auf dem Land. Hinzu kommt die deutlich bessere Klimabilanz. Nach Angaben von National Rail verursacht eine durchschnittliche Zugreise pro Person und Kilometer rund 35 Gramm CO₂-Äquivalente, eine Fahrt im durchschnittlichen Auto belastet das Klima fast fünfmal so stark.

Für uns bei The British Shop ist das ein weiterer guter Grund, Großbritannien einmal aus dem Zugfenster zu entdecken. Es ist bequem, abwechslungsreich und gehört zu den emissionsärmsten Möglichkeiten, das Land zu bereisen. Und ganz nebenbei erreicht man das Ziel ohne Parkticket, Benzinsuche oder Schramme am Mietwagen.

Schreiben Sie uns einen Leserbrief

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass die Redaktion sich die Entscheidung vorbehält, ob und wann Ihr Leserbrief an dieser Stelle veröffentlicht wird.

Ihre E-Mail Adresse, den Vornamen und Ihren Namen benötigen wir zur Direktkommunikation zu Ihrer Veröffentlichung, etwa um Missbrauch und Fälle von Rechtsverletzungen unterbinden zu können. Ihre Daten werden ausschließlich in Zusammenhang mit dieser Kommentarfunktion genutzt und zu diesem Zweck in elektronischer Form gespeichert. Eine Weitergabe Ihrer Daten oder Teile davon erfolgt ausdrücklich nicht. Die entsprechende Datennutzung akzeptieren Sie mit dem Ausfüllen und Absenden dieses Formulars. Weitere Informationen zum Schutz Ihrer persönlichen Daten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Bitte füllen Sie das Formular aus (alle Felder müssen ausgefüllt sein).

Leserbriefe (0)

Keine Leserbriefe gefunden!

Neuen Leserbrief schreiben

Mehr aus der Rubrik "Reisetipps"

Mit dem Zug durch den britischen Sommer: Die schönsten Bahnstrecken Großbritanniens

Reisetipps | von Judith Heede

Großbritannien gehört zu den wenigen Ländern, in denen die Anreise oft genauso schön ist wie das eigentliche Reiseziel. Als im 19. Jahrhundert das…

Weiterlesen
Holiday Parks in Großbritannien – Darauf fahren nicht nur die Briten ab!

Reisetipps | von Stephan Mark Stirnimann

Unser Redakteur Stephan Mark Stirnimann war diesen Sommer in Schottland unterwegs und hat sich dort in einen Holiday Park gewagt. Hier ist sein…

Weiterlesen
Urban Kayaking in London – sanfter Sport auf der Themse

Reisetipps | von Stephan Mark Stirnimann

Eine Kayaktour auf der Themse durch das Zentrum Londons bietet eine völlig neue Perspektive auf die Hauptstadt Großbritanniens. Sicherlich haben Sie…

Weiterlesen
Grossbritanniens stille Wasserwege

Reisetipps | von Stephan Mark Stirnimann

Wer kennt sie nicht – die unzähligen Wasserstraßen Großbritanniens, auf denen Schmalboote und Schwäne scheinbar in einem anderen Lebensrhythmus ihre…

Weiterlesen