Kaum ein Palast strahlt so viel Faszination und Tradition aus wie der Buckingham Palace in London. Der tägliche Wachwechsel (Changing of the Guard) ist für viele Besuchende ein absolutes Muss auf der „To-do-Liste“. Selbstverständlich fällt dabei der Blick auf die Flagge. Weht sie munter am Mast, ist der König im Schloss, und ob man es will oder nicht, breitet sich ein Kribbeln in der Magengegend aus. So sehr in diesen Zeiten vielerorts auch auf die Monarchie geschimpft werden mag, so sehr träumen doch viele davon, einmal einen Blick hinter die verschlossenen Türen dieses lebendigen Symbols der Monarchie zu werfen, das eine nahezu magnetische Anziehungskraft auszuüben scheint. Man kann sich dem Reiz nur schwer entziehen. Ob dieser Umstand in der beeindruckenden Historie begründet ist, an der Größe liegt – es gibt 775 Zimmer –, oder an dem Wunsch, einen kleinen Einblick in das Leben von König Charles III. und seiner Familie zu erhaschen, lässt sich in den Sommermonaten herausfinden. Willkommen zum Summer Opening!
Ein Blick in die Staatsgemächer
Jeden Sommer gibt es die Möglichkeit, die Staatsgemächer des Buckingham Palace mit all ihrem Glanz und Prunk zu besichtigen. Skulpturen, Gemälde berühmter Künstler, goldene Treppengeländer und über allem ein Hauch von Queen Victoria, der ersten Monarchin, die den Palast als offizielle Residenz nutzte – das alles kann man nicht nur sehen, sondern auch spüren. Es gibt so viel zu entdecken, dass man nach einem Besuch gar nicht weiß, womit man anfangen soll, wenn man den Daheimgebliebenen von diesem Erlebnis der besonderen Art erzählen möchte. Wem die Staatsgemächer nicht reichen, kann übrigens zusätzlich ein Ticket für den sehr lohnenden Garten und den nachträglich angebauten Ostflügel mit dem weltbekannten Balkon erwerben.
Die Prunkräume
Wenn hier Gäste zu offiziellen Empfängen begrüßt werden, sind sie dabei von den größten Schätzen der Royal Collection umgeben. Gemälde von Van Dyck oder Canaletto zieren die Wände, es gibt Skulpturen, Sèvres-Porzellan und prunkvolle Möbel. Auch die Handschrift des Architekten John Nash (1752-1835) ist noch allgegenwärtig.
Der Thronsaal
Man möchte ehrfürchtig die Luft anhalten, wenn man leise durch den Raum wandert. Automatisch schleicht man, will nicht zu fest auftreten – ein Effekt ähnlich wie in Kirchen. Insbesondere die beiden Thronsessel sind faszinierend. Sie wurden 1953 für Königin Elizabeth II. und ihren Mann Prinz Philip anlässlich der Krönungszeremonie der Königin angefertigt. Auch bei der Krönung von König Charles III. nahmen er und Camilla dort Platz. Links und rechts der hohen Tür wurden zwei neue Porträt-Gemälde angebracht. Steht man im Raum mit dem Gesicht zur Tür, blickt man links auf Charles und rechts auf Camilla.
Der Ballsaal
Hier finden Staatsbankette statt und Orden werden verliehen. Früher wurde der gigantische Raum für Bälle und Konzerte genutzt. Queen Victoria ließ ihn im Jahr 1855 fertigstellen.
Der Grüne Salon
Dieser Raum verdankt seinen Namen einer grün-goldenen Seidentapete. Königin Adelaide ließ sie einst in Irland weben, um für Arbeitsplätze zu sorgen. Die Tapete wird regelmäßig erneuert – grün bleibt sie immer. Im Grünen Salon empfängt König Charles III. meist Diplomaten.
Die Gemäldegalerie
Der 50 Meter lange Raum beherbergt 120 Werke großer Meister wie beispielsweise Rembrandt und Rubens, die sogar bei Tageslicht bestaunt werden können, denn die Decke der Galerie ist aus Glas, was für optimales Oberlicht sorgt und die Farben der Gemälde perfekt zur Geltung bringt.
Die große Treppe
Das spektakuläre Treppenhaus erinnert an ein Theater – ein Gedanke, der auch dem Architekten John Nash kam und ihn inspirierte. Einigen von uns mag aber auch der preisgekrönte Film Titanic aus dem Jahr 1997 in den Sinn kommen, als sich Jack und Rose in der berühmten Treppenszene vor dem Galadinner wiedersehen und Jack die Hand von Rose küsst.
Der Garten
Wenn Sie Buckingham Palace während des Summer Openings besuchen, sollten Sie unbedingt auch durch den Garten spazieren, in dem die königliche Familie regelmäßig Gartenpartys veranstaltet. Er wird gern als ummauerte Oase beschrieben und ist der größte Privatgarten Londons. Seine Fläche umfasst 16 Hektar und hat damit die Ausmaße von 22 Fußballfeldern. Hier wachsen und gedeihen über 300 Wildpflanzenarten und über 1.000 Bäume. Viele Brutvögel haben im Garten von Buckingham Palace ein dauerhaftes Zuhause gefunden, sie fühlen sich sichtlich wohl und nutzen die Brutkästen, die überall angebracht sind. Es gibt einen See mit zwei Inseln und sogar Bienenvölker, die vom königlichen Imker betreut werden.
Seit dem 09. Juli sind die Tore des Buckingham Palace geöffnet. Erleben können Sie dieses Event der Extraklasse noch bis zum 27. September. Danach ist eine Besichtigung nur noch an ausgewählten Tagen möglich. Tickets können online im Voraus gebucht werden. Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen und ein unvergessliches Erlebnis.


Suche







Leserbriefe (0)
Keine Leserbriefe gefunden!