Vom 80er-Jahre-Star zum Künstler der Gegenwart
Genau vor 60 Jahren kam einer der populärsten Sänger der 80er-Jahre auf die Welt, nämlich Richard „Rick“ Paul Astley. Der britische Popstar braucht eigentlich gar keine Vorstellung, denn sein Riesenhit „Never Gonna Give You Up“ ist wohl fast jedem geläufig. Dieser Hit sicherte ihm seine Popularität in den Charts für die nächsten Jahre. Der talentierte Musiker wurde am 6. Februar 1966 in Newton-le-Willows geboren. Damals gehörte der Ort zu Lancashire, heute zu Merseyside. Bereits im Alter von „süßen“ zehn Jahren sang er im örtlichen Kirchenchor. Mit sechzehn Jahren verließ er die Schule – und lebte seinen ganz eigenen Rhythmus: tagsüber arbeitete er, nachts trat er auf, und zwar (noch) nicht als Sänger, sondern als Schlagzeuger einer jugendlichen Musikgruppe.
Vom Tape-Operator bis zum Star
Nach ein paar Jahren wurde die Rockband immer beliebter. Hinter dem Schlagzeug verborgen blieb sein Talent als Sänger jedoch zunächst unentdeckt. Als der Leadsänger die Band verließ, um sich auf seine Karriere als Friseur zu konzentrieren, bewarb sich Rick selbst. Er übernahm fortan den Gesang. Die Manager der Band luden daraufhin den Musikproduzenten Pete Waterman zu einem Auftritt ein. Dieser machte Rick ein Soloangebot – das dieser zunächst ablehnte, aber ein Jahr später dann doch annahm. Rick ging nach London und arbeitete im Tonstudio des Produzenten als „Teeboy“ und „Tape-Operator“. Dort lernte er das Handwerk des Musikmachens von Grund auf. Diese Erfahrung erwies sich später bei der Aufnahme seines Welthits „Never Gonna Give You Up“ als äußerst wertvoll. Dieser wurde von dem Produzenten- und Songwritertrio Stock Aitken Waterman geschrieben und am Neujahrstag 1987 aufgenommen. Als er ein halbes Jahr später im Sommer erschien, läutete er die steile Karriere des Sängers ein. Das Stück hielt sich ganze fünf Wochen an der Spitze der britischen Charts, wurde zur meistverkauften Single des Jahres und brachte Rick sogar den BRIT Award für die beste britische Single ein. Auf YouTube wurde dieser Song bereits mehr als 1,7 Milliarden aufgerufen.
„Together Forever“ (1988) – die Hitserie nimmt Form an
Ein weiterer Megahit von Rick war „Together Forever“, das im Januar 1988 als Single veröffentlicht wurde und Platz 2 der britischen Charts erreichte – nur Kylie Minogue mit „I Should Be So Lucky“, ebenfalls aus der Feder von Stock, Aitken und Waterman, konnte den ersten Platz verdrängen. In den USA schaffte er es jedoch auf Platz 1.
„She Wants to Dance with Me“ (1988) war die erste Single, die Rick selbst geschrieben hatte. Angeblich von Whitney Houstons „I Wanna Dance With Somebody (Who Loves Me)“ inspiriert, erschien der Song im September 1988 als erste Single seines zweiten Albums „Hold Me in Your Arms“. In den britischen Charts erreichte er Platz 6. Allein in den Jahren von 1987 bis 1989 veröffentlichte er sage und schreibe zehn Singles.
Der Familienmensch entscheidet sich für ein Time-Out
Anfang der 90er-Jahre zog sich Rick Astley zunächst aus dem Rampenlicht zurück, denn er wollte mehr Zeit für seine Familie haben. Dazu zählten seine Partnerin, die dänische Filmproduzentin Lene Bausager, und seine damals einjährige Tochter Emilie. Lene und Rick gaben sich 2003 das Ja-Wort.
Zu seinem 50. Geburtstag im Jahr 2016 erlebte Rick Astley ein bemerkenswertes Comeback. Nicht zuletzt dank der sozialen Medien kehrte er an die Spitze der britischen Charts zurück und erreichte eine neue Generation von Fans. Der „Rickrolling“-Trend, bei dem Internetnutzer mithilfe irreführender Links überraschend auf das Musikvideo von „Never Gonna Give You Up“ geleitet wurden, sorgte für millionenfache Aufrufe und neue Aufmerksamkeit.
Passend dazu produzierte Astley in Eigenregie das Album „50“, bei dem er sämtliche Instrumente selbst spielte. Übrigens fungiert Lene als seine Managerin und führt so die „Regie“ im Hintergrund des Stars. Tochter Emilie hingegen steuerte trotz ihres vorhandenen musikalischen Talents eine Karriere als Gartengestalterin an und gewann kürzlich an der Chelsea Flower Show eine Auszeichnung.
Popmusik im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz
Rick veröffentlichte in den folgenden zwei Jahrzehnten weiterhin Musik und erreichte 2018 mit seinem Album „Beautiful Life“ Platz 6 der britischen Charts, bevor er Take That auf ihrer Tournee 2019 unterstützte. Während der COVID-19-Pandemie wuchs seine Popularität dank zahlreicher Coverversionen. Rick trat 2023 beim Glastonbury Festival auf, bevor er im Oktober desselben Jahres sein neuntes Album „Are We There Yet?“ veröffentlichte. Das Album erreichte Platz 2 der Charts und enthielt die Single „Never Gonna Stop“. Auf Instagram erklärte er: „Ich habe diesen Song geschrieben, nachdem ich einen Artikel über KI gelesen hatte. Es machte mich nachdenklich, wie die Welt mittlerweile von beängstigender Technologie geprägt ist und dass wir dabei menschlich bleiben müssen.“
Zwei Auftritte in Deutschland dieses Jahr
Während die Konzertserie unter dem Namen „Reflection“ in Großbritannien bereits im April beginnt und zwölf Großstädte umfasst, wird Rick Astley am 7. Juli 2026 in der Tollwood Musik-Arena in München das Publikum mit seinen Top-Hits begeistern. Hier kommen unterschiedliche Generationen zusammen und erleben an einem einzigen Abend mehrere Jahrzehnte Popgeschichte. Einen Monat später, am 4. August 2026, tritt Rick an der Open Air Show am Tanzbrunnen in Köln auf und wird seine Fans dort mit einer Mischung aus Welthits, Fan-Favoriten und neueren Songs begeistern. Als spezielles Highlight eröffnet die Vorgruppe „Lightning Seeds“ (bekannt durch die 1996 veröffentlichte Fußballhymne „Three Lions“) den Abend und stimmt das Publikum auf den Kult-Pop-Star ein.
Im Gespräch mit Rick Astley
Wer auf Podcasts steht, sollte sich „Making a Scene“ mit Rick Astley anschauen. Darin spricht er über seine Vergangenheit, den Durchbruch mit "Never Gonna Give You Up", seine Auszeit vom Rampenlicht und sein fulminantes Comeback.
https://youtu.be/dzI6x2cU7-g
Ein Künstler, der bleibt
Wir stoßen hiermit auf diesen so beliebten und charismatischen Künstler, der mit seinen Hits definitiv Musikgeschichte geschrieben hat. Seine ausdrucksstarke Stimme, die das Magazin „Seventeen“ als „selbstbewussten, romantischen Bariton” bezeichnete, war sicherlich ein entscheidender Erfolgsfaktor. Doch last but not least ist es seine besondere Nähe zu den Fans und die musikalische Qualität seiner Live-Shows, die ein generationenübergreifendes Publikum zu begeistern vermag.


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