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Die etwas andere Rangliste der Sherlock-Holmes-Darsteller – Kino, TV und eine Maus

Die etwas andere Rangliste der Sherlock-Holmes-Darsteller – Kino, TV und eine Maus

Wussten Sie, dass seit der Erfindung des Films über 80 Schauspieler die Romanfigur Sherlock Holmes verkörpert haben? Zählt man die Stummfilmauftritte noch dazu, kommt man je nach Quelle auf fast 300 Verkörperungen des genialen Meisterdetektivs. Tatsächlich finden wir sogar im deutschsprachigen Raum, namentlich ab den 1930er-Jahren, amüsant gedrehte Abenteuer des berühmten Detektivduos – so etwa die schwungvolle Hans-Albers-/Heinz-Rühmann-Kriminalkomödie „Der Mann, der Sherlock Holmes war". Doch wenden wir uns nun einer etwas anderen Rangliste der Sherlock-Holmes-Darsteller zu:

Platz 1: Jeremy Brett

Es ist wirklich schwer, einen ersten Platz zu vergeben, doch Jeremy Brett gehört laut den meisten Rezensenten definitiv ganz nach oben. Dieser „langjährige Holmes" (von 1984 bis 1994) ist gleichermaßen ernst und brillant analytisch, dabei aber auch ein wenig absurd. Er mag ein Stück arroganter sein als der Holmes, wie er in den Büchern Doyles gezeichnet wird. Doch er wirkt nie überheblich; er bricht sogar gelegentlich in Lachen aus oder grinst vor Begeisterung. Brett studierte sogar zudem die berühmten Paget-Illustrationen aus dem Strand Magazine und stellte sie bewusst nach – optisch wohl die treueste Verkörperung des literarischen Holmes. Eine makellose Darbietung der ersten Klasse.

Platz 2: Basil Rathbone

Der Vollblutschauspieler Basil Rathbone gilt als Inbegriff der Holmes-Darstellung. Er spielte Holmes in vierzehn Filmen der 1930er- und 40er-Jahre. Für viele ist er „der“ Holmes, und das völlig zu Recht. Rathbones Holmes ist eine interessante Interpretation der Rolle: äußerst logisch, kaum ironisch, dafür sehr energisch. Er ist zwar durchaus liebenswürdig, aber es fehlt ihm an Verspieltheit. Auch äußerlich kommt er dem klassischen Holmes-Bild der Paget-Illustrationen bemerkenswert nahe. 

Platz 3: Benedict Cumberbatch

In dieser modernen BBC-Serie, die einzelne Holmes-Geschichten neu erzählt, liefert Benedict Cumberbatch eine solide und fesselnde Performance ab – abrupt, exzentrisch, berechnend und ein wenig sentimental. Obwohl er weniger schlagfertig ist als der literarische Holmes, ist seine freundschaftliche Verbindung zu Martin Freemans Watson der beste und authentischste Aspekt seiner charismatischen Darstellung. Seine harte Schale wird dabei genauso geschätzt wie sein weiches Herz. 

Platz 4: Yūko Takeuchi

„Miss Sherlock“ ist eine moderne, japanische Neuauflage des berühmten Detektivduos mit weiblichen Hauptrollen. Yūko Takeuchi, der Star der Serie, ist als „Sherlock“ absolut fesselnd. Sie verkörpert eine elegante, wenn auch distanzierte und spöttische junge Frau, die ihre brillante Beobachtungsgabe nutzt, um Verbrechen aufzuklären – meist zu ihrem eigenen Vergnügen. Sie sieht in ihren langen Mänteln und Stilettos immer unglaublich cool aus, wenn sie zu einem Tatort eilt. Die gesamte Atmosphäre ist einfach perfekt – well done „Lady Holmes“!

Platz 5: Barrie Ingham

Barrie Ingham spricht Basil von der Baker Street, dem grossen Mäusedetektiv, der unterhalb der Wohnung des echten Holmes in der Baker Street 221B lebt. Basil untersucht die Entführung eines Spielzeugmachers und deckt dessen Verbindung zu seinem Erzfeind, Professor Ratigan, auf. Der Film kam 1986 in die Kinos und konnte sowohl Kritiker überzeugen als auch an den Kinokassen Erfolg verbuchen. Idealer Einstieg für Kinder in die Welt des Sherlock Holmes – und natürlich Erwachsene, die im Herzen Kinder noch geblieben sind. Übrigens wurde Basil nach dem Sherlock-Holmes-Darsteller Basil Rathbone benannt!

Platz 6: Henry Cavill

In der Filmreihe „Enola Holmes“, deren 3. Film im Juli 2026 anläuft, ist Sherlock Holmes der große Bruder von Enola – gespielt von Henry Cavill, allerdings nur in einer Nebenrolle. Seine Holmes-Darstellung ist ungewöhnlich warm und einfühlsam. Im Zusammenspiel mit Enola und dem großen Bruder Mycroft ist es jedoch mal eine willkommene Abwechslung von den sonst sehr strengen Sherlocks. 

2027: Eine neue Serie

Im Mai 2026 haben die Dreharbeiten für die sechsteilige historische Serie „The Death of Sherlock Holmes" begonnen. Die Regisseure wollen ein „bislang nur angedeutetes Kapitel aus dem Werk von Arthur Conan Doyle aufnehmen" – gemeint ist die Zeit nach dem berühmten Kampf von Moriarty und Holmes an den Reichenbachfällen. Leidenschaftliche Sherlock-Holmes-Fans wissen natürlich längst, wie die Geschichte ausgeht: Durch den enormen Druck und die Proteste der trauernden Leserschaft sah sich der Autor und Vater von Sherlock Holmes „gezwungen", den Meisterdetektiv in der Geschichte „Das leere Haus" wiederzubeleben. Nach Angaben der Produktionsfirma Silver Reel wird bis Juli 2026 im Wallis in der Schweiz sowie in Südtirol und in Bayern gedreht. Eine Ausstrahlung ist hierzulande für 2027 geplant.

Museumsbesuch in der Schweiz

Was liegt näher, als das Sherlock-Holmes-Museum ausgerechnet in Meiringen zu besuchen – unweit der berühmten Reichenbachfälle, an denen Holmes seinen Tod fand? Das liebevoll eingerichtete Museum wurde am 4. Mai 1991 – anlässlich des 100. „Todestags" von Sherlock Holmes – unter dem Patronat und im Beisein der Sherlock Holmes Society of London sowie von Dame Jean Conan Doyle, der Tochter des Autors, in der englischen Kirche von Meiringen eröffnet. Zahlreiche authentische Ausstellungsstücke zu Sir Arthur Conan Doyle, Sherlock Holmes und zur viktorianischen Zeit sind zu sehen. Von einem sorgfältig rekonstruierten Wohnzimmer wie in der Baker Street 221B bis hin zu einer gusseisernen Statue von Sherlock Holmes mit der Tabakpfeife im Garten gibt es einiges zu entdecken!

https://www.sherlockholmes.ch/

 

 

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