Vom 21. bis zum 31. Mai 2026 wird Hay-on-Wye in der Grafschaft Powys wieder zum Treffpunkt für Leser, Autoren, Denker und Performer. Das Festivalgelände liegt auf den Dairy Meadows an der Brecon Road, nur einen kurzen Spaziergang vom Zentrum der kleinen Bücherstadt entfernt. Für 2026 sind mehr als 600 Veranstaltungen angekündigt, von Lesungen und Debatten über Workshops bis hin zu Comedy, Musik und Radioformaten.
Das Hay Festival gibt es bereits seit 1988. Es wurde von Norman und Rhoda Florence sowie deren Sohn Peter in Hay-on-Wye, einer kleinen Stadt, die seit Langem den charmanten Titel Town of Books trägt, ins Leben gerufen. Was als kleines Literaturfestival begann, hat sich im Laufe der Jahre zu einem der bekanntesten kulturellen Highlights Großbritanniens entwickelt. Ein Zitat, das bis heute mit Hay verbunden ist, stammt von Bill Clinton, der das Festival 2001 das „Woodstock of the mind“ nannte.
Mit dem Original-Woodstock hat Hay allerdings nur den Kultstatus gemeinsam: deutlich weniger Matsch und Gitarrenexzesse, dafür sehr viel mehr Kulturbewusstsein und kluge Sätze.
Das Programm 2026
Zu den bekanntesten Namen im diesjährigen Programm zählen Emma Thompson, die als Schauspielerin, Drehbuchautorin und Autorin weit über das Literaturpublikum hinaus bekannt ist; Malala Yousafzai, Friedensnobelpreisträgerin und Autorin von I Am Malala; Ian McEwan, einer der prägenden britischen Romanciers der vergangenen Jahrzehnte; sowie Maggie O’Farrell, deren Roman Hamnet kürzlich verfilmt wurde und international viel Anerkennung fand. Ebenfalls sehr gefragt sind wahrscheinlich Tim Berners-Lee, der über die Entstehung des World Wide Web spricht, und Sandi Toksvig, die auf solchen Festivals stets Publikum anzieht.
Zum Einstieg bekommt man einen guten Eindruck davon, wie das Festival abläuft. Event 1, Heard at Hay Festival, wird von Simon Armitage moderiert und dreht sich um Wissenschaft, Geschichte, Fiktion und Lesen in Zeiten von KI. Am selben Nachmittag spricht Tim Berners-Lee über seine Memoiren und die Zukunft des Internets. Außerdem gibt es gleich am ersten Tag eine kostenlose Live-Aufzeichnung von BBC Radio 4 Loose Ends, für die allerdings eine Eintrittskarte nötig ist.
Zu den Formaten, die man einplanen sollte, gehören außerdem die BBC-Programme im Exchange Marquee, von denen 2026 mehr als 30 kostenlose Veranstaltungen angekündigt sind. Wer das Festival nicht nur als Autorenparade versteht, liegt damit ohnehin richtig. Im Programm stehen auch geführte Spaziergänge mit Guides aus dem Bannau Brycheiniog National Park, Filmvorführungen, Familienformate und Talks, die weit über das klassische Literaturgespräch hinausgehen. Ein Beispiel dafür ist die Dokumentarfilmreihe auf dem Festivalgelände, die teilweise in Zusammenarbeit mit BBC Four und BBC iPlayer entstanden ist.
Namen, die Hay groß gemacht haben
Zur Geschichte des Festivals gehören einige der größten Namen der internationalen Literatur. Salman Rushdie, bekannt vor allem für Midnight’s Children und The Satanic Verses, war in Hay ebenso zu Gast wie Margaret Atwood, deren Werk von The Handmaid’s Tale bis zur MaddAddam-Trilogie reicht. Seamus Heaney, Nobelpreisträger und einer der wichtigsten irischen Lyriker des 20. Jahrhunderts, gehört ebenso zu den prägenden Namen der Festivalgeschichte wie Ian McEwan, der seit Jahrzehnten zur ersten Reihe der britischen Romanciers zählt und auch dieses Jahr wieder dabei ist. Auf politischer Seite waren unter anderem Jimmy Carter und Bill Clinton beim Festival zu Gast.
Die größten Highlights
Das Festivalgelände ist frei zugänglich, Tickets werden nur für einzelne Veranstaltungen verkauft. Dadurch lässt sich der Tag gut strukturieren. Zwei oder drei feste Termine reichen meist völlig aus. Dazwischen bleibt Zeit, die Buchhandlungen in Hay-on-Wye zu erkunden, einen gemütlichen Lunch im Ort zu genießen oder einfach eine kleine Runde über das Gelände zu drehen. Das Festival startet früh am Tag und dauert bis in den Abend hinein, deshalb ist es oft besser, nicht zu dicht zu planen.
Und wenn man nicht hinfahren kann?
Wer Ende Mai nicht nach Wales kommt, kann 2026 trotzdem dabei sein. Es gibt einen Hay Festival 2026 Online-Festival-Pass für 65 £d, der eine kuratierte Auswahl an Veranstaltungen live streamt; die Events bleiben anschließend bis zum 1. Juni als Aufzeichnung verfügbar. In der Online-Auswahl stehen unter anderem Maggie O’Farrell, Ruth Ozeki, David Olusoga, Jeremy Bowen, Malala Yousafzai, Ben Macintyre, Ian McEwan und Sathnam Sanghera. Darüber hinaus bietet Hay Festival Anytime bereits jetzt Audio- und Videoinhalte aus dem Archiv an.
Alle Informationen finden Sie auf der Seite des Festivals:
https://www.hayfestival.com/home


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