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Londons kleine Stadtgärten

Londons kleine Stadtgärten

Der Eintritt zum Garten von St. Dunstan-in-the-East

London wird häufig als grüne Stadt bezeichnet. „Aber es ist doch eine Großstadt und darüber hinaus sogar eine Hauptstadt“, werden Sie jetzt möglicherweise einwenden wollen und hätten damit natürlich nicht unrecht, denn viele Städte sind extrem verbaut und wenig bepflanzt. London hingegen besteht nicht nur aus Häusern und Straßen, sondern zu mehr als 40% aus Grünflächen. Wir kennen die großen und bekannten Parks wie den Hyde Park, den Regent‘s Park oder auch den Richmond Park, aber hätten Sie gedacht, dass es insgesamt über 3.000 Parks in London gibt? Hinter dieser Zahl verstecken sich kleine Oasen und blühende Juwelen, charmante und malerische Stadtgärten, die sich in Ecken auftun, in denen man sie gar nicht erwartet hätte. Teilweise sind sie ganz privat und von Hausfassaden verborgen, aber viele sind auch öffentlich und häufig sogar kostenlos. Sie bestechen sowohl mit heimischen als auch mit exotischen Pflanzen oder beherbergen Pfauen und Kois in Teichen. Lassen Sie uns einen Blick auf Londons kleine Stadtgärten werfen. 

Kyoto Garden

Im Holland Park beweist der Kyoto Garden, dass klein auch sehr fein sein kann. Auf nur 0,22 Hektar beeindruckt der japanische Garten seine Besuchenden mit Wasserfällen, Teichen und asiatischen Pflanzen. Im Frühling kann man hier die Kirschblüte in voller Pracht bestaunen, im Herbst die bunten Blätter der Ahornbäume. Der Eintritt ist frei.

Culpeper Community Garden

Hierher kommen die meisten Menschen nicht gezielt, sondern sie finden diesen Garten rein zufällig. Dabei hat er sich zu einem echten Geheimtipp gemausert. Mitten in Islington liegt dieser Ruhepol und wenn man sich noch auf der Islington High Street befindet, möchte man kaum glauben, dass man wenige Augenblicke später eine komplett andere Welt betritt. Wie in einem Märchenfilm schlendert man durch eine blühende Landschaft mit Lauben und Trauerweiden. Der Duft der Glyzinien liegt in der Luft. 

Verwaltet wird dieser wundervolle Ort von den Anwohnenden. Seit Jahren räumt der Garten einen Preis nach dem anderen ab. Die Idee eines Umweltprojekts ist inzwischen so viel mehr als das. Der Garten ist zu einer Begegnungsstätte für Menschen aller Gesellschaftsschichten geworden. Es gibt eine Rasenfläche, auf der übrigens auch gepicknickt werden darf, Teiche, Rosenpergolen, Zierbeete, Gemüsebeete und sogar einen Bereich für Wildtiere. Auf 49 Parzellen können sich alle bei der Gartenarbeit austoben, die Lust und Laune haben. Auch Gemeindegruppen und Kinder sind willkommen. Gerade in London haben die wenigsten Menschen eigene Gärten, sehnen sich aber danach. Hier ist der perfekte Ort, um die Natur hautnah zu erleben.  

Postmans' Park

Dieser bezaubernde Garten ist zwar winzig, liegt aber überaus zentral in der Nähe der St. Paul‘s Cathedral. Er ist den Alltagsheldinnen und Alltagshelden der Vergangenheit gewidmet. Ein überdachtes Denkmal aus rotem Backstein aus viktorianischer Zeit ruft uns auf dort angebrachten Tafeln die Menschen in Erinnerung, die ihr eigenes Leben aufs Spiel gesetzt haben, um andere zu retten.  Setzen Sie sich eine Weile auf eine der Bänke im Schatten der Bäume und lassen Sie die Atmosphäre auf sich wirken. 

Dachgärten

Der populärste Dachgarten und damit gleichzeitig Magnet für Touristinnen und Touristen ist der Sky Garden auf Ebene 35 bis 37 des Wolkenkratzers 20 Fenchurch Street.  Spitzname des Gebäudes aufgrund seiner Form und Optik ist „The Walkie-Talkie“. Da es sich beim Sky Garden um einen Indoor-Garten handelt, kann man ihn auch bei Regenwetter besuchen. Die Aussicht ist spektakulär und es finden regelmäßig Veranstaltungen wie Konzerte oder Dinner statt. Allerdings ist eine vorherige Online-Anmeldung auch ohne Event unbedingt erforderlich (mindestens drei Wochen vorher). Die Termine sind schneller ausgebucht, als man mit dem Aufzug in den 35. Stock fahren kann, was einen Spontanbesuch nahezu ausschließt. 

Wer es etwas ruhiger, spontaner und daher auch unkomplizierter mag, kommt zum Dachgarten am Crossrail Place in Canary Wharf im Osten der Stadt. Hierhin verirren sich Touristinnen und Touristen eher selten. Stattdessen findet man Pärchen und Turteltäubchen, denn Crossrail Place ist ein beliebter Platz für ein erstes Date. Auf westlicher Seite kann man durch eine nordamerikanische Pflanzenwelt flanieren, auf der Ostseite durch eine japanische. Der romantische Garten ist täglich von 9 Uhr bis 21 Uhr geöffnet. 

Ein weiterer Geheimtipp ist The Garden at 120. Hier muss man sich ebenfalls weder anmelden noch in langen Schlangen stehen. Vom 15. Stock des Fen Court-Bürogebäudes hat man einen guten Blick auf The Gherkin und die Tower Bridge. Sogar den vorhin erwähnten Sky Garden kann man von hier aus gut sehen. Schlendern Sie durch die abwechslungsreich gestalteten Beete, die entsprechend der jeweiligen Jahreszeit bepflanzt werden und bewundern Sie die große Pergola, um die sich Jasmin und Blauregen ranken. 

St. Dunstan-in-the-East

Zum Schluss noch etwas ganz Besonderes: Eine bewachsene Kirchenruine, die inmitten von Hochhäusern ihren Platz in der City of London zwischen der London Bridge und dem Tower of London behauptet. Ein Dach gibt es nicht mehr, dafür aber einen kleinen Park mit Bänken und Brunnen im offenen Kirchenschiff. Die Mauern werden schleichend von rankenden Pflanzen erobert, während der Glockenturm noch unversehrt und weithin sichtbar über der grünen Oase thront. Hochzeitspaare lieben den Kirchengarten als Foto-Location. 

Es gäbe noch so viele kleine Perlen zu nennen. Auch Privatpersonen schaffen sich, sofern Sie die Möglichkeit haben, Gartenparadiese hinter ihren Häusern und bepflanzen auch das kleinste Fleckchen. Der Blick von oben offenbart die vielen grünen kleinen und großen Bereiche der Stadt und beweist: London ist tatsächlich grün! Kennen Sie weitere Geheimtipps? Teilen Sie uns gerne mit, welcher Garten Ihr ganz persönlicher Favorit ist.

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