Kaum eine andere Süßigkeit ist so „typisch britisch“ wie Fudge. Die zartschmelzende Leckerei fehlt in keinem Süßwarenregal, egal, ob handgemacht in Confiserien oder als Massenware im Supermarkt. Britische Süßigkeiten-Fans müssen jetzt aber stark sein, um folgende Information zu verkraften: Fudge wurde in den USA erfunden!
Wann und wie jemand zum ersten Mal Fudge herstellte, ist nicht eindeutig überliefert. Allgemein nimmt man an, es muss in den 1880er-Jahren gewesen sein. Wegen des Namens („to fudge“ bedeutet pfuschen, verfälschen oder auch schummeln) wird gerne erzählt, dass Fudge versehentlich durch ein Missgeschick bei der Herstellung von Karamell entstand. Belege dafür gibt es aber nicht.
Emelyn sei Dank
Auf jeden Fall existiert ein Brief von Emelyn Battersby Hartridge, der späteren Gründerin der Hartridge School for Girls, der 1886 während ihrer Studienzeit am Vassar College in Poughkeepsie, New York, entstand. Das Rezept, von dem sie darin berichtet, stammt aber ursprünglich nicht von ihr, sondern vermutlich von der Cousine einer Mitstudentin.
Zucker, Sahne, Butter und zusätzlich etwas ungesüßte Schokolade hat Emelyn damals verwendet und gleich 30 Pfund Fudge hergestellt für eine Versteigerungsaktion am College. Bei den Studenten und ihren Familien kam das Fudge wohl gut an, denn es startete einen süßen Eroberungszug durch die Vereinigten Staaten und gelangte schließlich auch nach Großbritannien.
Einfach, aber unwiderstehlich
Das Grundrezept für Fudge ist eigentlich sehr simpel. Man braucht nur Zucker, Butter und Sahne oder Kondensmilch. Alles wird langsam unter Rühren miteinander verkocht, bis die Masse andickt. Nach dem Abkühlen kann man die weiche Masse in Stücke schneiden und sie zartschmelzend auf der Zunge zergehen lassen. Im Laufe der Zeit entstanden durch verschiedene zusätzliche Zutaten wie Nüsse, Früchte, Schokolade und Aromen viele Variationen. Das klassische Grundrezept ist aber trotz aller modernen Trends (selbst die Dubai-Schokoladen-Ära hat es mitgemacht) noch immer der unübertroffene Liebling der Fudge-Fans.
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Was unterscheidet Fudge und Tablet?
Zur britischen Ehrenrettung darf aber nicht unerwähnt bleiben, dass die Schotten schon lange vor den Amerikanern ein dem Fudge sehr ähnliches Konfekt herstellten: Tablet heißt die Leckerei, über die bereits 1718 schriftlich berichtet wurde. Sie basiert auf den gleichen Zutaten wie Fudge, die nur im Mengenverhältnis etwas variieren. Fudge hat einen größeren Fettanteil, während bei Tablet mehr Zucker zum Einsatz kommt. Tablet wird auch unter etwas höheren Temperaturen gekocht und richtig kräftig gerührt.
Diese kleinen Unterschiede führen dazu, dass sich Fudge und Tablet von der Konsistenz und vom Mundgefühl her unterscheiden. Während Fudge sich geschmeidig, cremig und soft anfühlt, ist Tablet fester und kristallin. Es lässt sich quasi „zerbröseln“. Am Gaumen zergeht es dann ebenfalls, allerdings nicht so cremig wie Fudge. Aber egal, was man bevorzugt – zum Dahinschmelzen sind beide!


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