Anthony Horowitz hat über 50 Bücher veröffentlicht und wusste bereits im zarten Alter von acht Jahren, dass er Schriftsteller werden wollte. Er wurde am 5. April 1955 in Stanmore, Middlesex, in eine jüdische Familie geboren und wuchs in den ersten Jahren seines Lebens in den Verhältnissen der oberen Mittelschicht auf. Die Leidenschaft seines Vaters für Bücher färbte schon früh auf ihn ab. Schon als Kind liebte Horowitz es, Geschichten zu erzählen und ein Publikum zu unterhalten – mit großem Erfolg: Seine Schriftstellerkarriere erstreckt sich über fast fünf Jahrzehnte und reicht von Kurzgeschichten und Einzelromanen über Bestseller-Buchreihen wie „Alex Rider“ bis hin zu zahlreichen Fernsehbeiträgen, darunter „Foyle’s War“, „Magpie Murders“ und deren Fortsetzung „Moonflower Murders“.
Jugendlicher Spion in der Hauptrolle
Interessanterweise richtet sich der Großteil seiner Titel an junge Leser, darunter die Alex-Rider-Reihe über einen 14-jährigen britischen Jungen, der für den MI6 spioniert; die Diamond-Brothers-Reihe über die Abenteuer von Tim und Nick Diamond, einem miserablen Privatdetektiv und seinem deutlich intelligenteren Bruder. Außerdem gibt es die „Power of Five“-Bücher (in den USA bekannt als „The Gatekeepers“), eine Reihe von Fantasy- und Spannungsromanen über fünf Teenager mit besonderen Kräften, die die Menschheit retten können. „Ich habe großes Vertrauen in junge Menschen und bin sehr optimistisch“, sagte Horowitz.
Horowitz sorgte für zwei neue Holmes-Romane
Horowitz wurde von den Nachlassverwaltern von Arthur Conan Doyle und Ian Fleming beauftragt, die Sherlock-Holmes- bzw. James-Bond-Romane für Erwachsene fortzusetzen. Daraus entstanden die zwei Holmes-Romane „Das Haus aus Seide“ (2011) und „Moriarty“ (2014). Danach kamen drei neue Bond-Romane, die als „Trigger Mortis“ (2015), „Für immer und einen Tag“ (2018) und „Mit Absicht zu töten“ (2022) erschienen. „Ich glaube, das ganze Geheimnis dieser Fortsetzungsromane liegt darin, sich vor Augen zu halten, dass Doyle und Fleming viel bessere Schriftsteller sind als ich“, sagte er in einem Fernsehinterview.
Der Autor als Figur im eigenen Roman
Horowitz fügt sich selbst in eine neuere Metafiktions-Buchreihe mit einem Detective Hawthorne ein. In den „Hawthorne & Horowitz“-Büchern engagiert der Detective einen Schriftsteller namens Anthony Horowitz, der vor allem die Geschichte erzählt. „Indem ich mich selbst zum Erzähler machte, zum Watson zu Hawthornes Sherlock Holmes, habe ich das gesamte Genre auf den Kopf gestellt“, erklärte Horowitz. „Allein durch meine Präsenz im Buch fühlt sich alles frisch und neu an.“ Außerdem verrät Horowitz auf seiner Website: „Meine ganze Familie ist in meinen Büchern aufgetaucht. In ‚Groosham Grange‘ habe ich meinen Vater als verrückten Mann im Rollstuhl parodiert. Die Einzige, die ein ganzes Buch für sich bekam, war meine Großmutter mütterlicherseits in ‚Granny‘. Sie war ein kleines, matriarchales Monster, das enormen Einfluss auf unsere Familie ausübte und extrem gemein war.“
Horowitz’ Frau ist seine Chefin
Die ausführende Produzentin Jill Green ist seit 1988 mit Anthony Horowitz verheiratet. Sie lernten sich bei der Arbeit in einer Werbeagentur kennen. „Unsere erste gemeinsame Fernsehproduktion war ‚Menace‘ (2002). Schnell wurde uns klar, dass wir mit mir als Autor und Jill als Produzentin ein großes Projekt stemmen konnten, was schließlich zu ‚Foyle’s War‘ führte“, erzählte Horowitz. „Susan Ryeland, die Heldin meiner Bücher ‚Magpie Murders‘ und ‚Moonflower Murders‘, basiert zwar nicht auf Jill, ist ihr aber in ihren Charakterzügen nicht unähnlich: Sie ist professionell, unabhängig, willensstark und intelligent.“
Ein Oscar der Krimiliteratur
Der renommierte Edgar Allan Poe Award gilt als der Oscar der Krimiliteratur. Horowitz gewann diesen 2016 für das beste Drehbuch einer Fernsehfolge für „Foyle’s War“ und 2023 erneut für „Magpie Murders“. Im Fall von „Magpie Murders“ handelt es sich um eine Metafiktion, die zunächst als Bestseller-Roman erschien und einen literarischen Mordfall mit einem realen Mordfall verwebt. Horowitz benötigte über sieben Jahre für die Planung und das Schreiben. Die Adaption für das Fernsehen, um aus über 500 Seiten sechs einstündige Episoden zu erstellen, dauerte weitere zwei Jahre.
Der König als Fan
Horowitz wurde 2014 von Charles, dem damaligen Prinzen von Wales, zum Officer of the Order of the British Empire (OBE) ernannt. Neun Jahre später erhielt er von König Charles III. den höheren Rang eines Commander of the Order of the British Empire (CBE). Beide Auszeichnungen würdigten seine Verdienste um die Literatur. „Der König fragte mich, woran ich gerade schrieb“, erzählte Horowitz der Zeitung „The Independent“. „Ich erwähnte, dass weitere Morde bevorstünden, was ihn anscheinend amüsierte.“


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