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David Hockney: Ein Gigant der modernen Kunst ist gegangen

David Hockney: Ein Gigant der modernen Kunst ist gegangen

Der britische Maler, Grafiker und Fotograf David Hockney ist am 11. Juni 2026 im Alter von 88 Jahren in London gestorben. Mit ihm verliert die Kunstwelt eine ihrer prägendsten Stimmen des 20. und 21. Jahrhunderts.

Ein Leben für die Kunst – von Bradford bis London

David Hockney wurde am 9. Juli 1937 im nordenglischen Bradford geboren, als viertes von fünf Kindern einer methodistischen Familie. Seine Leidenschaft für die Kunst zeigte sich früh: Schon mit elf Jahren begann er seine künstlerische Ausbildung, und er erinnerte sich später daran, als Kind täglich bis zu zwölf Stunden gezeichnet zu haben.

Nach seiner Ausbildung an der Bradford School of Art wechselte er ans renommierte Royal College of Art in London, wo er zu einer der zentralen Figuren der aufkommenden britischen Pop-Art-Bewegung wurde. Bereits 1963, mit nur 26 Jahren, hatte er seine erste Einzelausstellung. Sieben Jahre später organisierte die Whitechapel Gallery in London die erste große Retrospektive seines Werks.

Schwimmbäder, Farbe und ein unverwechselbarer Blick

1964 zog Hockney nach Los Angeles – ein Umzug, der sein Werk für immer prägen sollte. Die Sonne Kaliforniens, das Licht auf dem Wasser, die Leichtigkeit des Lebens am Pool: All das floss in seine berühmten „Pool Paintings“ ein, die zu den ikonischsten Bildern der Nachkriegskunst zählen. Werke wie „A Bigger Splash“ (1967) oder „Peter Getting Out of Nick's Pool“ wurden weltberühmt und sind heute in den bedeutendsten Museen der Welt zu finden.

Sein Stil bewegte sich zwischen Pop-Art und Hyperrealismus – immer erkennbar, immer voller Lebensfreude und Neugier. Neben Landschaften und Schwimmbädern widmete er sich intensiv der Porträtmalerei: Über 300 Selbstporträts entstanden im Laufe seines Lebens, dazu unzählige Bildnisse von Freunden, Liebhabern und Weggefährten.

Ein Künstler, der nie aufhörte, Neues zu entdecken

Was Hockney von vielen seiner Zeitgenossen unterschied, war seine unerschöpfliche Neugier auf neue Technologien und Medien. Er arbeitete mit Fotokollagen (seinen sogenannten „Joiners"), mit Faxgeräten, Fotokopierer, dem Quantel Paintbox-Computer – und schließlich, seit 2009, mit iPhone und iPad. Seine digitalen Zeichnungen, die er oft direkt an Freunde verschickte, wurden zu einem eigenständigen Werkkorpus und fanden Eingang in Ausstellungen weltweit.

Zurück in seiner Heimat Yorkshire entstanden ab den 2000er-Jahren monumentale Landschaftsgemälde, darunter „Bigger Trees Near Warter“ (2007) – ein 4,6 mal 12,2 Meter großes Werk auf 50 einzelnen Leinwänden, das er 2008 der Tate Britain in London schenkte.

Rekorde auf dem Kunstmarkt

Hockney war nicht nur künstlerisch, sondern auch auf dem Kunstmarkt ein Maßstab. Im November 2018 erzielte sein Gemälde „Portrait of an Artist (Pool with Two Figures)“ bei Christie's in New York einen Preis von 90,3 Millionen Dollar – und machte ihn damit zeitweise zum teuersten noch lebenden Künstler der Welt. Im Mai 2019 überbot Jeff Koons diesen Rekord dann mit dem Verkauf seines „Rabbit" für über 91 Millionen Dollar.

Ausstellungen, die Geschichte schrieben

Hockney war in über 400 Einzelausstellungen und mehr als 500 Gruppenausstellungen vertreten. Die Retrospektive 2017 in der Tate Britain wurde zur meistbesuchten Ausstellung in der Geschichte des Hauses – mit über 4.000 Besucherinnen und Besuchern täglich. Die Schau reiste anschließend zum Centre Georges Pompidou in Paris und ins Metropolitan Museum of Art in New York.

Noch bis August 2025 war eine große Werkschau in der Fondation Louis Vuitton in Paris zu sehen – ein letztes großes Fest zu Lebzeiten.

Ein Mensch mit Haltung

Hockney war nicht nur Künstler, sondern auch eine öffentliche Persönlichkeit mit klaren Überzeugungen. Wie sein Vater verweigerte er den Kriegsdienst und leistete stattdessen Zivildienst als Sanitäter. Zeit seines Lebens setzte er sich für die Freiheit der Kunst und des Ausdrucks ein. Als offen schwuler Mann thematisierte er Liebe und Begehren in seinem Werk zu einer Zeit, als Homosexualität in Großbritannien noch unter Strafe stand.

Abschied von einem Unermüdlichen

David Hockney starb am 11. Juni 2026 in seiner Londoner Wohnung. Er hinterlässt ein Werk von atemberaubender Breite und Tiefe – und die Gewissheit, dass seine Bilder noch Generationen von Menschen berühren, überraschen und begeistern werden.

„Ich denke, dass Kunst die einzige Sache ist, die wirklich zählt.“ – David Hockney

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