Telefon

Unseren Service erreichen Sie
täglich von 8.00 Uhr bis 20.00 Uhr unter
0800 202 032

Eine schöne englische Landschaft
BLOG
Die feine englische Art

„1984“: Als Big Brother noch bedrohlich war

„1984“: Als Big Brother noch bedrohlich war

George Orwell, 1984, "Big brother is watching you."

Zu „Big Brother“ fällt vielen Leuten heute nur eine drittklassige TV-Sendung ein, bei der sich Menschen vor der Kamera blamieren. Der Begriff wurde aber aus dem Roman „1984“ übernommen, den George Orwell im Juni 1949 – also vor 65 Jahren – veröffentlichte. Damals war 1984 noch in weiter Ferne, trotzdem ist das Buch nicht nur ein Zukunftsroman, sondern auch eine Aufarbeitung der Schrecken des 20. Jahrhunderts. Und dazu richtig spannend und gut geschrieben, ein Klassiker der Weltliteratur.

George Orwell, der kurz nach Erscheinen seines Hauptwerks starb, ist einer der bedeutendsten englischen Schriftsteller. Geboren wurde er allerdings in der damaligen britischen Kolonie Indien (und zwar als Eric Arthur Blair, Orwell ist ein Künstlername). In seinen Werken – vor allem „Farm der Tiere“ und eben „1984“ – spiegelt sich auch die Enttäuschung des einst überzeugten Sozialisten mit der Realität in der totalitär regierten Sowjetunion. Die Hauptfigur Winston Smith lebt in einem Überwachungsstaat, mit Kameras in sämtlichen Privaträumen, einer eigenen Propagandasprache („Neusprech“) und einem „Großen Bruder“ als Staatschef, der jedoch niemals in Erscheinung tritt und vermutlich auch nicht existiert. Jede Abweichung von der Norm wird auf schreckliche Weise verfolgt, was Smith dann leider am eigenen Leib erfahren muss: Eine Gehirnwäsche löscht seine Persönlichkeit und seinen Willen komplett aus. Der Buchtitel ist übrigens (auch) ein Zahlendreher, denn es wurde 1948 geschrieben. Orwell, der ein äußerst abenteuerliches Leben führte, eine Zeitlang obdachlos war, im Spanischen Bürgerkrieg kämpfte und im Zweiten Weltkrieg Spezialist für Propaganda war, starb mit nur 46 Jahren an Tuberkulose.

Schreiben Sie uns einen Leserbrief

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass die Redaktion sich die Entscheidung vorbehält, ob und wann Ihr Leserbrief an dieser Stelle veröffentlicht wird.

Ihre E-Mail Adresse, den Vornamen und Ihren Namen benötigen wir zur Direktkommunikation zu Ihrer Veröffentlichung, etwa um Missbrauch und Fälle von Rechtsverletzungen unterbinden zu können. Ihre Daten werden ausschließlich in Zusammenhang mit dieser Kommentarfunktion genutzt und zu diesem Zweck in elektronischer Form gespeichert. Eine Weitergabe Ihrer Daten oder Teile davon erfolgt ausdrücklich nicht. Die entsprechende Datennutzung akzeptieren Sie mit dem Ausfüllen und Absenden dieses Formulars. Weitere Informationen zum Schutz Ihrer persönlichen Daten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Bitte füllen Sie das Formular aus (alle Felder müssen ausgefüllt sein).

Leserbriefe (0)

Keine Leserbriefe gefunden!

Neuen Leserbrief schreiben

Mehr aus der Rubrik "Kultur-Kompass"

Zwischen Hausboot und Brexit: Annette Dittert über ihre Liebe zu Großbritannien

Kultur-Kompass | von Julia Stüber

Als langjährige ARD-Auslandskorrespondentin hat Annette Dittert die Welt bereist und dabei nicht nur als Journalistin, sondern auch als Autorin und…

Weiterlesen
Ricky Gervais wird 65 – Britain’s Blackest Humour

Kultur-Kompass | von Judith Heede

Kaum ein britischer Komiker ist so polarisierend wie Ricky Gervais. Für manche ist er respektlos, arrogant und provokativ. Für andere ist er einer der…

Weiterlesen
Alison Moyet – Die Frau mit starker Stimme und Persönlichkeit wird 65

Kultur-Kompass | von Heike Fries

Geneviève Alison Jane Moyet kam am 18. Juni 1961 als Tochter eines französischen Vaters und einer englischen Mutter in Basildon, Essex, zur Welt.…

Weiterlesen
David Hockney: Ein Gigant der modernen Kunst ist gegangen

Kultur-Kompass | von Julia Stüber

Der britische Maler, Grafiker und Fotograf David Hockney ist am 11. Juni 2026 im Alter von 88 Jahren in London gestorben. Mit ihm verliert die…

Weiterlesen