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Wasser, Geschichte und Traditionen: Der Peak District im Wandel der Zeit

Wasser, Geschichte und Traditionen: Der Peak District im Wandel der Zeit

Die Wettermoderatoren auf BBC 1 behaupten gerne, dass der Peak District den höchsten Regenfall Großbritanniens verzeichnet. Viele der historischen Mühlen und Wehre sind noch heute Teil der Landschaft – oft umgenutzt oder als Zeugnisse des industriellen Erbes erhalten.

Wasserkraft für die Industrialisierung

Die Wasserkraftgeschichte im Peak District ist eng mit der Industriellen Revolution verbunden. Flüsse wie der Derwent und Wye trieben im 18. und 19. Jahrhundert zahlreiche Baumwollspinnereien an. Er gilt als Geburtsort der modernen Fabriken und war ein Katalysator der Industrialisierung, bei der Großbritannien seinerzeit federführend war. Richard Arkwright nutzte die Wasserkraft des Baches bei Cromford, um seine Baumwollspinnmaschine („Water Frame“) anzutreiben. Die wasserreiche Geologie begünstigte diese frühe industrielle Entwicklung. 

Eine schottische Königin in der Wasserkur

Buxton, ein historischer Kurort und als das „Juwel des Peak Districts“ bekannt, liegt am Rande des Peak-District-Nationalparks auf über 300 Metern Höhe. Damit ist Buxton Englands höchstgelegene Marktstadt. Der Ort entwickelte sich dank seiner Thermalquelle, die mit einer konstanten Temperatur von 28 Grad Celsius sprudelt, zu einem Kurort. Die Römer besiedelten den Ort bereits um 78 n. Chr.; damals war er als „Aquae Arnemetiae“ – der Kurort der Göttin des Hains – bekannt. 1573 soll Maria Stuart, die katholische Königin von Schottland, dort eine Bäderkur erhalten haben. Dann wurde es lange ruhig um die Bäderkultur. Erst im späten 18. Jahrhundert erlangte die Stadt wieder an Bedeutung, als sie vom 5. Duke of Devonshire nach dem Vorbild des Kurortes Bath ausgebaut wurde. Mit der Erweiterung des Eisenbahnnetzes in ganz England entdeckten die Viktorianer schließlich die Vorzüge und Genüsse einer Bäderkur.

Mr Hyde – der Wasserpionier

Samuel Hyde spezialisierte sich auf Kaltwasserbehandlungen, eine Form der Hydrotherapie. Sein von ihm in Auftrag gegebenes Gebäude wurde 1885 als „Buxton House Hydropathic“ eröffnet und 1887 in „Peak Hydropathic“ umbenannt. Einer der Ärzte, die während des Ersten Weltkriegs im „Peak Hydropathic“ arbeiteten, war Frederick Banting, der 1923 den Nobelpreis für die Entdeckung des Insulins erhielt. Heute beherbergt das Gebäude das Buxton Museum und eine Kunstgalerie. Besucher sind immer wieder von der Schönheit der Jugendstil-Glasfenster begeistert.

Ein floraler König in Castleton

Ein weiterer touristischer Ort ist das Dorf Castleton. Der sogenannte „Garland Day“ findet am 29. Mai statt – fällt dieser Tag auf einen Sonntag, wird der Brauch auf Samstag oder Montag verlegt. Der Garland King, hoch zu Ross und bis zur Hüfte mit einem schweren, glockenförmigen Blumenkranz bedeckt, führt die Prozession durch das Dorf an. Von diesem Tag an bis September können Besucher einen der wohl einzigartigsten lokalen Bräuche der Region erleben: die Brunnenverzierungen. Diese handgefertigten Kunstwerke werden von engagierten Freiwilligen aus natürlichen Materialien wie Blütenblättern und Samen geschaffen. Der genaue Ursprung dieser alten Tradition ist geheimnisumwoben – man vermutet, dass sie von den Römern oder Kelten in die Gegend gebracht wurde, um für die Süßwasserquellen der Grafschaft zu danken. Die Brunnenverzierungen sind einmalig im Peak District, insbesondere in Derbyshire, und über 80 Städte und Dörfer präsentieren im Frühling und Sommer stolz ihre floralen Meisterwerke neben Brunnen und Wasserspielen. Online finden Sie für jedes Dorf die genauen Veranstaltungsdaten. 

Krönender Abschluss in der inoffiziellen Hauptstadt

Das malerische Dorf Chapel-en-le-Frith, historisch gesehen die Hauptstadt des Peak District, ist reich an Geschichte. Es schmiegt sich in die dramatische Landschaft ein und bietet mit renommierten Restaurants, traditionellen Pubs, Geschäften und faszinierender Geschichte eine willkommene Auszeit vom Trubel der größeren Dörfer. Das Dorf entstand rund um die im Jahr 1225 erbaute Kirche. Der traditionelle Marktplatz mit Pranger und altem Kreuz ist ein oft gewähltes Fotomotiv. 
Tipp: Verpassen Sie nicht eines der größten Brunnenschmückfeste in Derbyshire im Juli.

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