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Von Liverpool in die Welt: Ringo Starr wird 85

Von Liverpool in die Welt: Ringo Starr wird 85

Am 7. Juli feiert Sir Ringo Starr seinen 85. Geburtstag und wer ihn je live gesehen hat, weiß: Dieser Mann lebt nach wie vor im Takt. Schlagzeuger, Beatle, Botschafter für Peace & Love – und ein Stück britisches Kulturgut.

Während andere mit 85 längst im Lehnstuhl sitzen, tourt Ringo Starr noch immer regelmäßig mit seiner All Starr Band durch die Welt. Seit 1989 vereint er dabei Musikergrößen von Toto bis Men at Work, von Santana bis Edgar Winter, stets unter dem Stern von Frieden & Liebe. Die britische Leichtigkeit, mit der er diese zwei simplen Worte zu seiner Lebensphilosophie gemacht hat, ist mehr als eine Rock’n’Roll-Pose. Es ist ein Lebensmotto. Eines, das gerade in Zeiten wie diesen wieder erstaunlich aktuell klingt und wichtiger denn je ist.

Vom Liverpooler Hafenjungen zum Weltdrummer

Geboren wurde Richard Starkey 1940 in Dingle, einem Arbeiterviertel im Süden Liverpools. Ein zartes Kind, geplagt von Krankheiten, ein Außenseiter, der mit acht Jahren monatelang im Krankenhaus lag und genau dort die Musik für sich entdeckte. Mit 17 trommelte er als Aushilfe in den Pubs der Stadt, mit Anfang 20 stand er plötzlich mit drei anderen Liverpoolern im Cavern Club auf der Bühne. Der Rest ist britische Popgeschichte.

Dass Ringo Starr nie der Rebell unter den Beatles war, ist bis heute sein Markenzeichen. Er spielte nicht fürs Ego, er spielte für den Song. Kein Drama, kein Konkurrenzkampf, keine Allüren. Und genau das machte ihn so unverwechselbar. John Lennon sagte einmal: „Ringo’s drumming is not technical, but it’s always right. He gives us that swing.“

Ringo selbst formulierte es einst noch einfacher:
„I’m not the best drummer in the world. I’m the best drummer in the Beatles.“

Der unterschätzte Beatle mit Kultstatus

Lange Zeit galt Ringo als der „nette Vierte”, als der Clown mit der großen Nase, als charmante Randfigur. Dabei war es gerade sein unaufgeregter Groove, der viele Songs der Beatles erst zu dem machte, was sie sind, von Come Together über Rain bis A Day in the Life. Doch er war nicht nur Rhythmusgeber, sondern auch als Sänger bewies er Charisma: With a Little Help from My Friends, Yellow Submarine oder Octopus’s Garden tragen unverkennbar seine Stimme. Songs, die bis heute in keinem Beatles-Rückblick fehlen dürfen. Nicht nur wegen ihres Ohrwurmpotenzials, sondern weil sie einen anderen Ton anschlugen: versponnen, humorvoll, tief entspannt. Eben Ringo.

Kino-Durchbruch als er selbst

Wie viel natürliche Komik und sympathisches Understatement in ihm steckt, zeigte sich spätestens in der Beatles-Filmkomödie A Hard Day’s Night von 1964. Während John, Paul und George sich charmant durch die Handlung sangen, war es Ringo, der mit seinem melancholischen Bummel durch London zum legendären Song „This Boy” die Herzen des Publikums stahl. Seine Szene an der Themse gilt bis heute als eine der charmantesten Beatles-Momente überhaupt – ein bisschen Slapstick, ein bisschen Nachdenklichkeit, ganz viel Starr.

Ringo heute

Mit seiner All-Starr Band steht Ringo immer noch regelmäßig auf der Bühne – voller Energie, Humor und ansteckender Lebensfreude. Auch seine Soloalben, die er bis heute veröffentlicht, tragen seine typische Handschrift: eingängige Melodien, positive Botschaften und ein Hauch von Nostalgie.

Seine Autobiografie, die 2024 erschienen ist, erzählt nicht nur von den wilden Beatles-Jahren, sondern auch von Ringos ganz persönlicher Sicht auf Freundschaft, Familie und das Leben selbst.

Forever British – forever young

Ringo Starr ist der lebende Beweis, dass Alter kein Zustand, sondern eine Einstellung ist. Wer ihn heute in Interviews sieht, erlebt einen Menschen, der mit sich im Reinen ist. Der über sich selbst lachen kann. Der regelmäßig meditiert, vegetarisch lebt und seit Jahren keinen Alkohol mehr trinkt. Und der es trotzdem schafft, cooler zu wirken als so mancher 25-Jährige in Skinny Jeans.

Zum Geburtstag ruft er, wie jedes Jahr, zu einer weltweiten Minute der Stille auf. Oder besser gesagt: zu einer Minute Peace & Love. Am 7. Juli um Punkt 12 Uhr mittags, egal wo man gerade ist. Ringo winkt dann aus Los Angeles, meist mit Sonnenbrille, Handzeichen und einem Lächeln, das nur die haben, die das Leben wirklich verstanden haben.

Happy Birthday, Ringo. Und danke, dass du uns gezeigt hast, was es heißt, im Takt zu bleiben. 

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