Zum 75. Geburtstag am 15. Februar werfen wir einen Blick auf das bewegte Leben und die beeindruckende Karriere der britischen Schauspielerin Jane Seymour.
Die britische Schauspielerin Jane Seymour wurde am 15. Februar 1951 als Joyce Frankenberg in Hayes in Middlesex geboren. Ihre Eltern waren vom Zweiten Weltkrieg geprägt, was sich auch auf die junge Jane auswirkte: Ihre Mutter Mieke arbeitete als niederländische Krankenschwester und verbrachte dreieinhalb Jahre in einem japanischen Internierungslager in Indonesien. Ihr Vater John war Gynäkologe; ein Teil seiner jüdischen Familie wurde während der NS-Zeit verfolgt und ermordet.
Jane Seymour wuchs in bescheidenen Verhältnissen auf und hatte schon als Kind Kontakt zu anderen Kindern in den Niederlanden, deren Familien ähnliche Kriegserfahrungen gemacht hatten. Sie wuchs zweisprachig auf und spricht Englisch und Niederländisch.
Vom Ballett zum Film
Die junge Jane liebte schon früh Ballett. Mit 13 Jahren tanzte sie im Ensemble von "Der Nussknacker". Ihr Choreograph erkannte jedoch ihr schauspielerisches Talent und schlug ihr vor, für Richard Attenboroughs Film "Oh! What a Lovely War" (1969) vorzusprechen. Sie wurde engagiert und spielte ihre erste Filmrolle.
Auch Richard Attenboroughs Agent sah ihr schauspielerisches Potenzial und nahm sie in seine Agentur auf. Joyce Frankenberg nahm schließlich den Künstlernamen Jane Seymour an – benannt nach der dritten Ehefrau Heinrichs VIII.
Von Hollywood nach Großbritannien und wieder zurück
1973 spielte Jane Seymour im Alter von 22 Jahren die Rolle der Wahrsagerin Solitaire in "Leben und sterben lassen" an der Seite von Roger Moore als James Bond. Der Film machte sie international bekannt, auch wenn sie die Rolle heute kritisch betrachtet. Denn Solitaire ist lediglich eine Nebenfigur und trägt ansonsten wenig zum Film bei.
Nach übergriffigem Verhalten eines Regisseurs kehrte Jane Seymour Hollywood zunächst den Rücken. Sie zog nach Großbritannien zurück und arbeitete dort für das britische Fernsehen, unter anderem in "The Hanged Man" (1975) und der Dickens-Verfilmung "Our Mutual Friend" (1976).
1980 kehrte sie jedoch wieder nach Hollywood zurück und drehte mit Christopher Reeve "Somewhere in Time". Erst 2022 gab sie öffentlich bekannt, dass die beiden während der Dreharbeiten eine geheime Liebesbeziehung hatten.
Jane Seymour und Christopher Reeve blieben bis zu seinem Tod 2004 eng befreundet. Sie unterstützte ihn auch nach seinem Reitunfall 1995, der ihn an den Rollstuhl fesselte.
Neue Rollen
Anfang der 1990er-Jahre stand Jane Seymour trotz ihrer Filmkarriere vor dem finanziellen Ruin. Denn ihr zweiter Ehemann David Flynn war auch für ihre Finanzen zuständig. Das war offensichtlich keine gute Idee. Denn er sorgte durch seine Geldgeschäfte dafür, dass Jane plötzlich neun Millionen Dollar Schulden anhäufte.
1993 übernahm sie deshalb die Hauptrolle in der Serie "Dr. Quinn – Ärztin aus Leidenschaft", die bis 1998 insgesamt sechs Staffeln umfasste und ihr 1996 einen Golden Globe einbrachte.
2004 spielte sie dann Genevieve Teague in der vierten Staffel von "Smallville". Diese Serie handelt von Superman und stellt eine schöne Verbindung zu ihrem Freund Christopher Reeve her, dem ikonischen Superman-Darsteller.
2005 gelang ihr schließlich auch der Durchbruch im Komödienfach. In "Die Hochzeits-Crasher" sorgte sie als Mutter der Braut für Lacher.
Ihre aktuelle Rolle ist die der Literaturprofessorin in der Serie "Harry Wild – Mörderjagd in Dublin". In einem Interview bemerkte Seymour ironisch, dass Frauen in Hollywood ab 40 meist keine Rollen mehr bekämen – bei ihr hätten sich die Türen mit 70 offenbar wieder geöffnet – und das Publikum liebt es offensichtlich.
Sozial und persönlich
2005 wurde Jane Seymour amerikanische Staatsbürgerin, fühlt sich aber nach wie vor sehr mit ihrer britischen Heimat verbunden. Sie engagiert sich zudem seit Jahrzehnten mit Freude für wohltätige Zwecke und ist unter anderem Sprecherin für UNICEF. 2010 gründete sie mit ihrem vierten Ehemann James Keach die Open Hearts Foundation zur Armutsbekämpfung.
Neben der Schauspielerei schreibt sie Bücher wie zum Beispiel "Jane Seymour's Guide to Romantic Living" von 1986. Später folgten Ratgeber wie "Two at a Time: Having Twins" (2001) und einige Kinderbücher. Sie selbst bezeichnet das Schreiben als wunderbare Therapie, die ihr großen Spaß macht.
Jane Seymour war viermal verheiratet und hat vier Kinder.
Nach 20 Jahren Ehe trennte sie sich 2013 von ihrem vierten Ehemann James Keach und fand eine neue Beziehung mit dem Produzenten David Green. Eine fünfte Ehe plant sie derzeit nicht.


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