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Miss Marple von A-Z

Sie ist scharfsinnig, wahrheitsliebend und hat eine Vorliebe für mysteriöse Mordfälle - die berühmte Amateurdetektivin Miss Marple aus St. Mary Mead, die so harmlos wirkt, es aber faustdick hinter den Ohren hat. Erschaffen wurde sie von keiner Geringeren als Agatha Christie, der Queen of Crime, die sich dabei auch ein wenig von ihrer Großmutter und deren Bekanntenkreis hatte inspirieren lassen. Als Miss Marple im Jahr 1927 erstmals in einer Kurzgeschichte auftauchte, ahnte die Schriftstellerin vermutlich selbst noch nicht, dass viele Kurzgeschichten, Romane und Verfilmungen folgen sollten. 

Wir haben das Phänomen Jane Marple von A-Z beleuchtet. 

A – anonyme Briefe 

In Agatha Christies Roman Die Schattenhand (Originaltitel The Moving Finger) werden boshafte, beleidigende Briefe mit Anschuldigungen und Verleumdungen verschickt, deren Absender niemand kennt. Eine Dorfbewohnerin begeht daraufhin Selbstmord und ein Dienstmädchen verschwindet. Miss Marple löst das Rätsel um die anonymen Briefe mit Menschenkenntnis und messerscharfer Kombinationsgabe. 

B – Bertrams Hotel

Ein Kriminalroman, der erstmals im Jahr 1965 veröffentlicht wurde und in dem Miss Marple einen Hotelaufenthalt geschenkt bekommt. Wer die Geschichten von Agatha Christie kennt, ahnt, dass dies kein geruhsamer Urlaubsaufenthalt werden wird. 

C – Christie, Agatha 

Geboren am 15. September 1890, gestorben am 12. Januar 1976. Eine der erfolgreichsten Autorinnen der Literaturgeschichte mit weltweiten Verkäufen in Milliardenhöhe und Erfinderin der fiktiven Amateurdetektivin Miss Marple. 

D – Denham Village

Drehort in den Verfilmungen mit Margret Rutherford als Miss Marple. Misbourne Cottage, ein denkmalgeschütztes Gebäude, wurde für das Cottage von Miss Marple genutzt. In der Village Road sammeln Miss Marple und Mr Stringer in der Verfilmung von Der Wachsblumenstrauß Geld für den wohltätigen Zweck und in der Denham Gallery kauft sie ihr Outfit in der Verfilmung von Mörder Ahoi! 

E –  Ein Mord wird angekündigt (Originaltitel A Murder is Announced)

Im vierten Roman mit Miss Marple als Hauptfigur wird in der Wochenzeitung des Dörfchens Chipping Cleghorn ein Mord angekündigt, der dann auch tatsächlich so stattfindet. 

F – Fata Morgana (Originaltitel They do it with Mirrors)

Im 43. Roman von Agatha Christie besucht Miss Marple eine Jugendfreundin, die den Verdacht hegt, dass in Stonygate, einem Internat für schwer erziehbare Jugendliche, etwas nicht stimmt. Sie bittet Miss Marple, dorthin zu reisen und nach dem Rechten zu sehen. Schon bald fallen Pistolenschüsse. 

G – Gerrards Cross (Buckinghamshire)

Für die Verfilmung von 16 Uhr 50 ab Paddington mit Margret Rutherford wurde hier die Szene an der Bahnlinie entlang des Bahndamms gedreht. 

H – Hobby

Neben der Detektivarbeit hat Miss Marple weitere Hobbys wie beispielsweise das Stricken und die Gartenarbeit. 

I – Inspector Slack

Ein Polizist, der erstmals in Mord im Pfarrhaus in Erscheinung tritt, um den Mord an Oberst Protheroe aufzuklären. Gegen Miss Marples Scharfsinn hat er jedoch keine Chance. 

J – Joan Hickson

Britische Schauspielerin (geboren am 05. August 1906, gestorben am 17. Oktober 1998), die von 1984 bis 1992 die Miss Marple in den zwölf BBC-Verfilmungen der Romane spielte. Während Margret Rutherford Umfragen zufolge häufig als die beliebteste Miss Marple – Darstellerin gilt, gilt Joan Hickson jedoch die weitaus realistischere. Denn Agatha Christie beschrieb die Figur der Jane Marple als eher zierlich und gebrechlich. 

K – Kings Arms Hotel (Amersham, Buckinghamshire)

In der Verfilmung von Der Wachsblumenstrauß mit Margret Rutherford in der Hauptrolle belauschen Miss Marple und Mr Stringer hier eine Testamentseröffnung, indem sie auf einen Bierwagen steigen, um näher an dem entsprechenden Fenster zu sein. 

L – Lawrence Redding

Maler und tragende Figur in dem Roman Mord im Pfarrhaus.

M – Margaret Rutherford

Geboren am 11. Mai 1892, gestorben am 22. Mai 1972. Die britische Ausnahmeschauspielerin spielte die Miss Marple in vier Filmen, wobei nur 16 Uhr 50 ab Paddington auf einem Miss-Marple-Roman basiert, während Der Wachsblumenstrauß und Vier Frauen und ein Mord eigentlich auf der Grundlage von Poirot-Romanen beruhen. Hercule Poirot ist die zweite berühmte Detektivfigur von Agatha Christie, die sie nach Miss Marple erfand. Der Film Mörder Ahoi! wurde als freie Adaption aus Motiven von Agatha Christie zusammengesetzt. 

N – Nachbarschaft

Für Jane Marple spielt die Nachbarschaft eine überaus wichtige Rolle, denn sie dient ihr als Inspirationsquelle. Häufig zieht Miss Marple Geschichten, die sich in ihrer Nachbarschaft zugetragen haben, als Vergleiche heran. Auch Charakterstudien betreibt sie anhand der Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohner rege. Einige lernen wir im Laufe der Romane etwas näher kennen, wie beispielsweise Mrs Price-Ridley oder die Schneiderin Miss Politt. 

O – Oberfläche

Die Dinge rein äußerlich zu betrachten ist zu banal für Jane Marple. Sie kratzt nicht nur an der Oberfläche, sondern sie untergräbt sie und legt somit Schicht für Schicht frei, bis sie am Kern der Wahrheit angelangt ist. 

P – Paddington Station

Der Drehort für die Anfangsszene von 16 Uhr 50 ab Paddington.

Q – Quirky

Ein Begriff, der die Charaktereigenschaft „schrullig“ von Jane Marple bezeichnet.

R – Raymond West

Die fiktive Figur des Schriftstellers und Neffen von Miss Marple.

S – St. Mary Mead

Eine fiktive Ortschaft und Wohnort von Miss Marple.

T – Täterinnen und Täter

Miss Marple entlarvt sie alle, ganz egal, wie sehr sie ihre Taten durchdacht haben. 

U – Unschuld

Wird jemand zu Unrecht beschuldigt oder gar verhaftet, schreitet Miss Marple ein, um die Wahrheit ans Licht zu bringen. Ihre Wahrheitsliebe und ihr Gerechtigkeitssinn zeichnen sie aus. 

V – Verstand

Miss Marple ist bekannt für ihren messerscharfen Verstand. Selbst komplexe und verstrickte Fälle löst sie anscheinend problemlos und stellt die Polizei regelmäßig in den Schatten. 

W – Winkel

Miss Marple geht bei der Aufklärung von Mordfällen teilweise recht ungewöhnlich vor, indem sie die Geschehnisse aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet. 

X – X-Ray-Blick

Eine Bezeichnung für den Blick hinter die Fassade und ein Gespür für Details – überaus zutreffend für Miss Marple. 

Y – Years of Experience

Jahrelange Erfahrung und vor allem Beobachtung schärfen Miss Marples detektivischen Instinkt, womit sie einige Menschen in ihrem Umfeld, die sie als alte Schachtel abstempeln, immer wieder überrascht, allen voran Inspector Slack, dem sie geistig weit überlegen ist. 

Z – Zwölf

Zwölf Romane mit Miss Marple als Hauptdarstellerin hat Agatha Christie zu Papier gebracht. 

Dazu zählen in chronologischer Reihenfolge: 

  • Mord im Pfarrhaus (1930)
  • Die Tote in der Bibliothek (1942)
  • Die Schattenhand (1942)
  • Ein Mord wird angekündigt (1950)
  • Fata Morgana (1952)
  • Das Geheimnis der Goldmine (1953)
  • 16 Uhr 50 ab Paddington (1957)
  • Mord im Spiegel (1962)
  • Karibische Affäre (1964)
  • Bertrams Hotel (1965)
  • Das Schicksal in Person (1971)
  • Ruhe unsanft (1976)

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