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Die Isle of Arran: Schottlands beeindruckendes Kleinod

Glen Rosa auf der Isle of Arran

Glen Rosa auf der Isle of Arran

Schottland zieht seine Besucher auf vielfältige Weise an: Mit traumhaften Tälern und Stränden, mit sanften Hügeln und bizarren Felsformationen, mit beeindruckenden Burgen und atemberaubenden Gärten, mit Whiskybrennereien und allerlei Delikatessen - und mit einem unwiderstehlichen Hauch von Geschichte hinter allem! Wer Schottland in seiner ganzen Pracht erleben möchte, muss die Lowlands, die Highlands und die Inseln bereisen – oder er besucht als kleinen Teaser einfach die Insel Arran, die ihren Beinamen „Scotland in Miniature“ völlig zu Recht trägt.

Kleine Insel mit zwei Gesichtern

Groß ist sie nicht, die Insel, die im Firth of Clyde zwischen dem schottischen Festland und der Halbinsel Kintyre liegt. Gerade einmal 430 km² umfasst sie. Dass sie trotzdem diese traumhafte landschaftliche Fülle zu bieten hat, liegt am Highland Boundary Fault. Diese geologische Verwerfung, die quer durch Schottland verläuft und die Highlands von den Lowlands trennt, geht auch mitten durch Arran.

Am eindrucksvollsten erlebt man die zwei Gesichter der Insel, indem man sie einmal umrundet. Mit dem Auto sind das gerade einmal knapp 88 km auf der Küstenstraße entlang. Nicht selten wechselt man dabei auch zwischen unterschiedlichen Wettersituationen hin- und her. Oder man schnürt die Wanderschuhe und begibt sich auf den Arran Coastal Way. Der 105 km lange Wanderweg gehört zu den schönsten und beliebtesten Schottlands. 

Beim Aufzählen der schönsten Spots und interessantesten Sehenswürdigkeiten der Insel kommt man von einem zum anderen, die Liste wird immer länger. Dahin sollte man noch und das muss man auch unbedingt sehen – von wegen „kleine Insel“! 

Highlights von Arran

Berge und Täler

Der Norden Arrans hat mit dem Goatfell den höchsten Berg der Insel zu bieten. 874 Meter ist er hoch und der markanteste Vertreter der wilden und zerklüfteten Highland-Region, die von malerischen Tälern durchzogen wird. Auch wenn manch Alpen-Erprobter vielleicht ob der gering anmutenden Höhe lächeln mag: Plötzliche Wetterwechsel haben schon so manchen überrascht und man sollte den Goat Fell nicht unterschätzen. 

Ob Glen Rosa, Glen Iorsa oder Glen Sannox – wer nicht zu den begeisterten Bergsteigern gehört, kann die Landschaft auch auf unzähligen weniger herausfordernden Walks bestaunen. Und die Chance, dabei den einen oder anderen Adler am Himmel zu erblicken, ist groß, denn auf Arran sind etliche Adlerpaare zu Hause.

Steinkreise und Höhlen

Mit den berühmten Steinkreisen wie Stonehenge in England, dem Ring of Brodgar in Orkney oder Calanais Standing Stones auf Lewis kann auch Arran mithalten. Im Machrie Moor an der Westküste der Insel können Besucher gleich sechs Steinkreise in unmittelbarer Nähe zueinander bestaunen. 

Und wenn man schon einmal hier ist, dann sollte man nur wenige Kilometer südlich vom Machrie Moor unbedingt King’s Cave besuchen. Ob sich in der sagenumwobenen Höhle einst wirklich King Robert the Bruce versteckte, ist zwar recht zweifelhaft, aber unbestritten bietet die Formation mehrerer Höhlen in den Klippen direkt am Strand einen beeindruckenden Anblick. Sie sind über einen kleinen Pfad zu erreichen, der auch von Nicht-Bergwanderern gut bewältigt werden kann.

Burgen, Schlösser und Gärten

Schottland besuchen und kein Castle besichtigen? Undenkbar! Auch auf Arran bieten sich verschiedene Möglichkeiten, sich beim Besuch historischer Gebäude in die Geschichte einzufühlen. Am bekanntesten ist sicher das Brodick Castle. Das Schloss war einst der Stammsitz des Duke of Hamilton und präsentiert sich heute gut erhalten mit beeindruckendem Mobiliar, Kunstwerken und Porzellansammlungen. Und wie es sich für ein Prunkschloss gehört, ist es umgeben von großen Garten- und Parkflächen. Hier lassen sich schon einige schöne Stunden verbringen.

Neben dem Brodick Castle hat Arran noch das Lochranza Castle und das Kildonan Castle zu bieten. Beide sind nur noch als Ruinen erhalten, vermitteln aber einen Hauch einstiger Geschichte und sind vor allem für melancholisch-stimmungsvolle Fotoshootings beliebt.

Sandstrände und Seehunde

So rau und zerklüftet die Landschaft im Norden Arrans ist, so weich und lieblich präsentiert sie sich im Süden. Hier gibt es viel Weideland und hier laden Küste und Strände zu langen Spaziergängen ein. Natürlich findet man auch im Norden Arrans Strände, aber ein Bummel in der Nähe des Örtchens Lamlash oder am Kildonan Beach mit seinem Sandstrand ist unvergleichlich. Am westlichen Ende von Kildonan Beach konnten wir sogar selbst Seehunde beobachten.

Whisky und Bier

Seit kurzem hat Arran nicht nur eine, sondern sogar zwei Whiskydestillerien zu bieten. Die Betreiber der Arran Distillery in Lochranza im Norden Arrans haben eine weitere Brennerei im Süden der Insel errichtet, die Lagg Distillery. Beide Brennereien stellen ihren Single Malt auf traditionelle Weise her, beide verfügen über ein Visitor Center und bieten Besichtigungstouren und Tastings an. 

Wer mehr für Bier schwärmt, hat in Brodick an der Westküste Arrans die Möglichkeit, die Herstellung preisgekrönter Ales zu beobachten: Das Besucherzentrum der Isle of Arran Brewery bietet direkte Einblicke und natürlich auch das Verkosten der unterschiedlichen Biersorten der unabhängigen Brauerei an. 

A Taste of Arran

Unter dem vielversprechenden Namen „Taste of Arran“ promoten elf Produzenten der Insel gemeinsam ihre Produkte. Von Eiscreme bis Käse, von Oatcakes bis Chutney reicht das Angebot der regionalen Manufakturen, deren Produkte nicht nur auf der Insel erhältlich sind. Viele der Betriebe lassen Besucher gerne hereinschnuppern, in Brodick ist beispielsweise der Arran Cheese Shop zu finden. 

Direkt neben dem Cheese Shop mit seiner Glasscheibe für einen Einblick in die Produktion ist übrigens Arran Aromatics zu finden. Bei diesem Hersteller edler Seifen, Parfums und anderer Produkte geht es dann also weniger um den Geschmack als um den Duft von Arran.

Mehrmals im Jahr findet auf der Bellevue Farm bei Blackwaterfoot der Arran Farmers Market statt mit Verkauf, Verkostungen, Musik, Traktorfahrten und allerlei Unterhaltsamem. Wer bei seinem Arran-Aufenthalt gerade keinen Markttermin erwischt, kann stattdessen auf der Farm bei einer kleinen Besichtigungstour Einblicke in die Milch- und Fleischwirtschaft der Insel erhalten. Die zotteligen Hochlandrinder gibt es hier natürlich auch zu sehen.

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